Non-Brand-Keywords

Non-Brand-Keywords sind Suchanfragen, die keinen Unternehmens- oder Produktnamen direkt enthalten.

Diese Suchanfragen sind wichtig, weil sie Nutzer anziehen, die noch Optionen vergleichen, nach Lösungen suchen und entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben möchten. Dadurch gehört Non-Brand-SEO zu den wichtigsten Wachstumskanälen für nahezu jedes Unternehmen.

Non-Brand-Keywords

Wenn ein Nutzer den Namen deines Unternehmens in die Suchleiste eingibt

Wenn ein Nutzer den Namen deines Unternehmens in die Suchleiste eingibt, ist die halbe Arbeit bereits erledigt. Er kennt dich bereits, hat möglicherweise Werbung gesehen, Bewertungen gelesen oder ist über eine Empfehlung auf dich aufmerksam geworden.

Bei Non-Brand-Keywords sieht die Situation jedoch ganz anders aus. Jemand kann beispielsweise nach “best keyword research software” oder “running shoes” suchen. In diesem Moment besteht keinerlei Markenloyalität – der Nutzer sucht lediglich nach einer Lösung für sein Problem.

Viele Unternehmen kämpfen um das Vertrauen der Nutzer, bevor diese überhaupt wissen, dass sie existieren. Genau hier beginnt SEO-Optimierung wirklich dabei zu helfen, ein Unternehmen zu skalieren und Traffic, Leads sowie Verkäufe von Grund auf aufzubauen, anstatt lediglich bestehende Positionen zu verteidigen.

Branded vs Non-Branded Traffic

Schauen wir uns die Unterschiede zwischen diesen beiden Konzepten an, denn dahinter stehen völlig unterschiedliche Faktoren, Verhaltensmuster, Erwartungen und folglich auch unterschiedliche Conversion-Raten.

Branded Traffic konvertiert nahezu sofort, weil der Nutzer bereits „warm“ ist. Er ist bereits gekommen, um bei dir zu kaufen, und ein Lead oder sogar ein Verkauf ist höchstwahrscheinlich bereits gesichert. Diese Art von Traffic hat jedoch eine Obergrenze, die durch den Bekanntheitsgrad deines Unternehmens begrenzt wird. Dafür sind Marketing, PR und andere Bereiche verantwortlich, die dafür sorgen, dass Menschen deine Marke kennen.

Non-Branded Traffic ist dagegen eine langfristige Strategie. Diese Art von Traffic ermöglicht es dir, Menschen anzusprechen, die noch nie von dir gehört haben. Du musst deutlich mehr Arbeit investieren und den Nutzer durch den gesamten Funnel führen.

Ich habe eine Tabelle vorbereitet, die dir hilft, Branded und Non-Branded Traffic besser zu verstehen. Außerdem zeige ich dir die wichtigsten Kriterien und Kennzahlen.

Criteria / Metric Branded Traffic Non-Branded Traffic
Customer Journey Stage (CJM) Bottom of the Funnel (BoFu) — Auswahl eines bestimmten Unternehmens. Top and Middle of the Funnel (ToFu/MoFu) — Suche nach einer Problemlösung.
Competition Level Minimal. Du schützt deinen eigenen Markennamen. Maximal. Du konkurrierst mit allen Marktteilnehmern deiner Nische.
Growth Potential Begrenzt durch deine aktuelle Markenbekanntheit in Offline-Kanälen und Medien. Nahezu unbegrenzt. Nur durch die Größe des Marktes begrenzt.
Conversion Rate (CR) Sehr hoch. Der Nutzer vertraut deiner Marke bereits. Mittel oder niedrig. Benötigt zusätzliche Überzeugungsarbeit durch Website-Content.
Main Page Types Startseite, Kontaktseite, Produktseiten. Informationsblog, Vergleichsartikel, Leitfäden.

Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass bei einem Multi-Brand-Onlineshop oder einem Marktplatz Suchanfragen wie “buy Nike sneakers” oder “Samsung smartphone price” als Non-Branded Traffic gelten, weil in diesem Fall deine eigene Marke der Name des Marktplatzes ist.

Du gewinnst Nutzer, die nach der Marke des Herstellers suchen, sich aber noch nicht für deine Plattform als Kaufort entschieden haben. Behalte das bei deiner Segmentierung im Hinterkopf.

Die Anatomie von Non-Brand-Keywords

Die meisten Non-Brand-Keywords beschreiben ein Problem, eine Produktkategorie oder einen Vergleich verschiedener Optionen. Hier existiert ausschließlich die reine Suchintention des Nutzers.

Um Non-Brand-Keywords klar nach Funnel-Stufen zu kategorisieren, können wir sie in drei Ebenen unterteilen.

Awareness (TOFU)

Dabei handelt es sich um informationelle Suchanfragen. Sie werden von Nutzern eingegeben, die ein Symptom eines Problems erkannt haben oder nach einer theoretischen Lösung suchen. Zum Beispiel: “how to increase email open rates”, “why is my database slow?”, “I can’t log in to a service” usw.

Was solltest du bereitstellen? Ausführliche Expertenartikel, Checklisten, Leitfäden und ähnliche Inhalte.

Consideration (MOFU)

Dabei handelt es sich um Recherche- oder kommerzielle Suchanfragen. Nutzer wissen bereits, welches Tool sie benötigen, suchen jedoch noch nach der besten Lösung oder dem passenden Format.

Beispiele: “best keyword research tools”, “CRM for startups”, “review of wireless headphones for gamers”, “software for…”

Was kannst du auf deiner Website anbieten? Vergleichstabellen, Top-10-Listen, Listicles, Reviews sowie Vor- und Nachteile einzelner Produkte.

Decision (BOFU)

Dies sind transaktionale Suchanfragen von Nutzern, die bereit sind zu handeln – zu kaufen, sich zu registrieren oder etwas herunterzuladen. Sie haben sich jedoch noch nicht für ein bestimmtes Unternehmen entschieden.

Zu diesen Suchanfragen gehören beispielsweise: “download a sales funnel template in Excel”, “buy a cloud CRM”, “website builder with a free trial”, “keyword finder price.”

Was kannst du auf deiner Website anbieten? Spezifische Landingpages, Landingpages, Kostenrechner, interaktive Konfiguratoren und ähnliche Inhalte.

Mit diesen Keywords gewinnst du Kunden, bevor Wettbewerber sie in ihre eigenen Ökosysteme, Abonnements oder Markenwelten ziehen können.

Junk Keywords

Wir sollten außerdem vermeiden, Suchanfragen mit hohem Suchvolumen hinterherzujagen, bei denen große Zahlen in Keyword-Planern lediglich ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Merke dir diese einfache Regel: Die Suchintention ist immer wichtiger als das Suchvolumen. Deshalb kann ein Keyword mit 300 Suchanfragen pro Monat deutlich mehr Nettogewinn bringen als ein Keyword mit 100.000 Suchanfragen pro Monat.

Warum ist das so?

Die Illusion von Traffic. Die Suchanfrage “CRM” zieht Studierende an, die Hausarbeiten schreiben, Wettbewerber, die den Markt analysieren, und einfach neugierige Nutzer. Deshalb ist die Conversion-Rate hier sehr niedrig.

Eine Wand aus Giganten. Die Suchergebnisse für solche hochfrequenten Non-Brand-Suchanfragen sind extrem umkämpft. Dort finden sich Aggregatoren, große Websites, Wikipedia und etablierte Marken, die seit vielen Jahren am Markt sind und über große Budgets für Linkbuilding verfügen. Sie mit einer jungen Website verdrängen zu wollen, ist Marketing-Selbstmord.

Wenn du dich also ausschließlich auf das Suchvolumen konzentrierst, verschwendest du Zeit und Budget und erreichst mit diesen Keywords nicht einmal die Top 10.

SEO im Zeitalter der KI-Suche

Die heutige Suche hat sich für immer verändert, und die Suchergebnisse bestehen nicht mehr nur aus der klassischen Top-10-Liste mit blauen Links.

Wenn ein Nutzer ohne Markenbezug nach einer Problemlösung sucht, zum Beispiel “best keyword research tool”, können Google, Bing und andere Suchmaschinen Blöcke mit generativen KI-Antworten anzeigen.

Im Zeitalter von GEO (Generative Engine Optimization) ist eine Top-10-Platzierung nur noch ein Teil der Gleichung. Dein Content muss so strukturiert sein, dass KI-Algorithmen ihn als vertrauenswürdig einstufen und deine Marke in ihre zusammengefassten Empfehlungen aufnehmen.

Deshalb solltest du deine Website für KI-Suche, GEO und SGE optimieren.

Wie bringst du die KI-Suche dazu, dich bei Non-Brand-Keywords zu empfehlen?

Direkte Antworten auf Fragen. Schreibe direkt nach H2- und H3-Überschriften einen kurzen erklärenden Absatz, denn KI extrahiert besonders gern fertige Definitionen für ihre Antwortblöcke.

Listen und Tabellen. Strukturiere deine Daten, Vergleiche, Algorithmen und Auszeichnungen. KI extrahiert Informationen bevorzugt aus Tabellen und Listen.

Microdata. Nutze strukturierte Daten für Product, FAQ, Review und Article, damit LLM-Systeme den Kontext ohne zusätzliche Interpretation verstehen.

Damit dein Artikel bei Non-Brand-Suchanfragen in KI-Assistenten erscheint, solltest du das Konzept des Information Gain umsetzen und einzigartige Fallstudien, persönliche Erfahrungen sowie Expertenanalysen in deinen Text integrieren, die von der KI als Primärquellen zitiert werden können.

Der Content sollte von Autoren mit nachgewiesener Expertise (E-E-A-T-Kriterien) erstellt werden. Außerdem ist es wichtig, das Material im Q&A-Format zu strukturieren – mit klaren Zwischenüberschriften und direkten Antworten unmittelbar darunter.

Der Text sollte in natürlicher, gesprochener Sprache geschrieben sein und Long-Tail-Suchanfragen organisch integrieren, da moderne Nutzer mit KI-Suchmaschinen über ausführliche Formulierungen kommunizieren und nicht über trockene Suchbegriffe.

Wie findet man Non-Brand-Keywords?

Die meisten Standard-Keyword-Dumps aus SEO-Tools sind riesige, überladene Keyword-Datenbanken. Sie enthalten doppelte Keywords, leere informationelle Suchphrasen, irrelevante Geomodifikatoren und zufällige Treffer.

Damit du diese Daten nicht manuell aus Tabellen bereinigen musst, haben wir unseren KeywordStat-Service entwickelt. Die Suche nach Non-Brand-Keywords basiert nicht auf einer einfachen Wortübereinstimmung, sondern auf drei zentralen Säulen: Phrasenanalyse, Analyse von Suchsignalen und KI-Gruppierung.

Schauen wir sie uns an.

Phrasenanalyse und Intent-Clustering. Gruppierung von Wörtern anhand der tatsächlichen Suchintention des Nutzers und nicht nach Ähnlichkeiten in der Schreibweise.

Analyse von Suchsignalen. Dabei wird untersucht, welche Seitentypen Google für eine Suchanfrage rankt. Enthalten die Ergebnisse ausschließlich informationelle Inhalte, handelt es sich um eine informationelle Suchanfrage. Enthalten sie kommerzielle Seiten, ist sie transaktional.

KI-Gruppierung. Dabei werden versteckte kommerzielle Suchintentionen erkannt, die häufig in langen, natürlich formulierten Suchphrasen verborgen sind, welche Nutzer eingeben oder in Gesprächen mit KI-Assistenten verwenden. Dieser Filter hilft dabei, solche Suchanfragen aus dem Long Tail des Suchvolumens herauszufiltern.

Brand Filtering in Google Search Console

Um deinen Erfolg im Non-Brand-SEO zu überprüfen, musst du den Einfluss deiner Marke vollständig aus den Diagrammen entfernen. Dafür kannst du die Google Search Console verwenden.

Gehe im Dashboard der Google Search Console zum Bereich Performance. Klicke auf New → Query und ändere den Filter auf Custom (regex) / Not match.

Verwende alle Varianten deines Markennamens, getrennt durch einen Pipe-Operator (`|`). In meinem Fall wäre das zum Beispiel: `keywordstat|keyword stat`.

Danach bleibt auf dem Bildschirm nur noch deine tatsächliche Sichtbarkeit im unabhängigen Markt übrig – dort, wo Nutzer lediglich nach einer Lösung für ihr Problem suchen und nicht nach deinem Namen.

SEO-Avalanche-Methode

Non-Brand-SEO benötigt viel Zeit, um Wirkung zu zeigen. In stark umkämpften Nischen brauchen Suchmaschinen Zeit, um einer neuen Website zu vertrauen, und Nutzer brauchen Zeit, um sich an einen neuen Marktteilnehmer zu gewöhnen. Deshalb solltest du Schritt für Schritt vorgehen.

Es gibt eine Methode namens SEO Avalanche. Ich habe ihr einen eigenen Artikel gewidmet, aber hier gebe ich dir einen kurzen Überblick.

Setze auf Long-Tail-Keywords. Versuche nicht sofort, die Spitzenpositionen für stark umkämpfte Keywords mit hohem Suchvolumen anzugreifen. Beginne mit einfachen, spezifischen Keywords mit geringer Konkurrenz. So erhältst du deinen ersten Traffic.

Aufbau von Nutzersignalen. Mit diesen Suchanfragen erreichst du schnell die Top 10 und erhältst deine ersten Besucher. Die Menschen lesen deine Inhalte, verbringen Zeit auf deiner Website und teilen sie mit Freunden in Messengern. Und Google versteht: „Diese Website erstellt großartige Inhalte, ihr kann man vertrauen.“ Dadurch steigen die Rankings deiner Website nach und nach.

Avalanche. Mit der Zeit gewinnt deine Domain an Domain Authority, und du kannst schrittweise zu häufigeren und schwierigeren Non-Brand-Keywords übergehen: zuerst zu Mid-Tail-Keywords und anschließend zu den wichtigsten Keywords deiner Branche mit hohem Suchvolumen.

So wächst du schrittweise, ohne dein Budget für stark umkämpfte Keywords zu verbrennen. Gleichzeitig steigt auch deine Topical Authority, was für das Wachstum einer jungen Website äußerst wichtig ist.

Außerdem erhältst du in dieser Zeit zusätzliche Backlinks, weil deine Inhalte zunehmend zitiert werden. Auch das unterstützt dein Wachstum.

Conversion-Optimierung

Traffic über ein Non-Brand-Keyword zu gewinnen, ist großartig – aber nur ein Teil des Erfolgs. Denk daran, dass dieser Traffic „kalt“ ist. Der Nutzer suchte nach einem Nutzen und nicht nach einem „Kaufen“- oder „Registrieren“-Button. Wenn du also mitten in einem Expertenartikel direkt verkaufen möchtest, funktioniert das möglicherweise nicht.

Welche Strategie können wir einsetzen, um Non-Brand-Traffic zu halten?

Ein nützlicher Lead Magnet. Anstatt „Kaufe unser Tool“ zu schreiben, biete innerhalb des Artikels beispielsweise eine fertige PDF-Checkliste wie „10 Steps to Automation“ an. Im Austausch gegen eine E-Mail-Adresse erhältst du die Kontaktdaten des Nutzers und kannst ihn anschließend weiter begleiten und dein Produkt vorstellen.

Native Inserts. Erwähne dein Produkt im Blog ausschließlich als Beispiel für die Lösung eines konkreten Problems. Vermeide aggressive Banner. Arbeite nach dem Prinzip „Kontext und Mehrwert“.

Retargeting. Installiere einen Tracking-Pixel auf deiner Informationsseite. Wenn ein Nutzer über eine relevante Suchanfrage auf deine Website kommt, einen Artikel liest und wieder geht, kannst du ihn anschließend über Werbung in sozialen Netzwerken erneut ansprechen. Biete ihm beispielsweise eine kostenlose Testversion an und begleite ihn weiter.

Zusammenfassung

Branded Traffic hält dein Unternehmen heute am Leben, ist jedoch durch den Bekanntheitsgrad deiner Marke begrenzt. Non-Branded Traffic hingegen macht dein Unternehmen morgen stärker.

Finde die eigentliche Suchintention, entferne Junk-Keywords, baue SEO Avalanche auf Long-Tail-Keywords auf, gewinne systematisch Marktanteile von deinen Wettbewerbern, wachse Schritt für Schritt, gehe zu anspruchsvolleren Keywords über und steigere so die Effektivität deiner SEO-Strategie, die sich letztlich in Leads und Verkäufe verwandelt.

Maxim Pavlov
Maxim Pavlov
Co-founder & Product
Maxim Pavlov ist SEO-Spezialist und Product Marketer mit langjähriger Erfahrung in SEO und digitalem Marketing. Er verantwortet die Produktvision, SEO-Prozesse, das Marketing und das Wachstum von KeywordStat.
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